Übersichtskarte:
mkartegrTag 1
Gut gelaunt und erwartungsvoll starten wir unsere Marokko-Reise. Wie gewohnt essen wir im Fressbalken z’Nacht und fahren dann noch bis Gruyere.

Tag 2
Heute ist die Idee durchzufahren bis nach Cap d’Agde. Doch kurz vor Lausanne macht uns das Motoren-Symbol einen Strich durch die Rechnung. Naja, Freitag hätten wir wieder, doch jetzt noch morgen früh und nicht wie das letzte Mal 17 Uhr. Ich rufe die Garage meines Vertrauens an und lasse uns eine Ford-Garage in Lausanne durchgeben. Dank GPS ist diese schnell gefunden und zu unserem Glück nimmt sich auch sofort ein Mech unseres Problems an. Wieder wird der Laptop angeschlossen und gesucht, wo der Fehler liegt. Er wird auch fündig –  ein elektrisches Problem der Abgasrückführung.

Als wir bezahlen möchten, meint er, sei schon gut und er wünsche uns schöne Ferien 🙂 Selbstverständlich geben wir gerne eine Note in die Kaffeekasse und setzen unsere Fahrt dann zügig gegen Süden fort. In Cap d’Agde fahren wir zum Hafen und finden hier eine gute Stellplatzmöglichkeit für die Nacht. Schlendern noch am gut belebten Quai entlang und gehen zur Feier des Tages Pizza essen.
mcapda

Tag 3
Bewusst haben wir diesen Tag eingeplant zum Baden zwischen Cap d’Agde und Sète, bevor wir auf die Fähre gehen. Auf der rechten Strassenseite reiht sich Womo an Womo und wir finden auch noch eine für uns passende Lücke. Schnell springen wir ins Meer und auch Anouk erfreut sich des Wassers und schwimmt weit mit uns hinaus. Doch es kommt wieder alles anders als geplant; eine Welle lässt Robin stürcheln und als er mit den Händen auf dem Boden aufstützt „pickst“ ihn etwas. Wir schenken dem nach Desinfektion kaum mehr Beachtung. Doch als Robin immer mehr Schmerzen angibt bis übers Handgelenk, sehe ich, dass es eine wandernde Infektion ist und eine Sepsis droht. Ich rufe alle zusammen, zackzack es pressiert, Richi macht Womo startklar und auf schnellstem Weg fahren wir ins Krankenhaus nach Sète. Der Finger mittlerweile steif und Robin am zittern. Ich gehe mit Robin direkt in die Notaufnahme, Richi parkt noch irgendwo das Womo. Ein Blick des Arztes auf die Hand und wir werden sofort drangenommen. Die Infektion ist von einem Fisch, der nur im September/Oktober unter dem Sand lebt und einen giftigen Stachel hat. Meist treten die Leute drauf und kommen mit Infektionen an den Füssen in den Spital. Wir haben Glück im Unglück und sicher dank schnellem Handeln das Schlimmste verhindert. Fünf Tage lang muss Robin noch Medi’s (AB) nehmen.

Einmal mehr sind wir froh, genügend Zeit eingeplant zu haben. Nach diesem Schrecken haben wir alle Hunger und fahren direkt zum Fährhafen. Wir können uns hier schon einreihen und essen zuerst einmal etwas.

Jetzt müssen wir ins Fährbüro, um unseren Gutschein in richtige Fährbillette umzutauschen. Hier geschieht das nächste Missgeschick, nur bemerken wir das im Moment noch nicht.

Dann das grosse Warten, um 16.30 wollen sie mit dem Verladen anfangen und um 19 Uhr ist die geplante Abfahrt. Wir machen noch einen Spaziergang durch Sète – geniessen Glace und Kaffee.
mset   msete

Das Einschiffen verläuft für hiesige Verhältnisse pünktlich, die Kolonne bewegt sich langsam Richtung Schiffsmaul. Vorbei am französischen Zoll und bald sind wir auf der Rampe und müssen in der Fähre auf Deck 3 ganz rechts zuvorderst einparken. Wir packen einige Sachen zusammen für die zwei kommenden Nächte und begeben uns zu unserer gebuchten Vierer-Aussenkabine mit Dusche/Wc. Aber oh Schreck – nur eine Zweierkabine. Wir sehen mal genauer unsere Tickets an und sehen, dass bei den Kids Pullmann-Deck steht. Sofort eilen wir zur Rezeption, um das Missverständnis zu klären, doch die haben alle Hände voll zu tun und meinen wir sollen nach dem Ablegen nochmals kommen, wenn der „Commisaire“ hier sei. Naja gut soweit, doch als wir anstehen um unseren Tisch im Restaurant zu reservieren (hier hat man Vollpension), gibt uns der Typ nur einen Zweiertisch. Denn die Kinder haben ja „Pullmann-Sitze“ und somit wären sie in der Economy-Klasse zum essen und wir in der Komfort-Klasse. Hä? Spinnen die? Die Kinder haben schon Angst und meinen, sie müssen doch wohl nicht alleine essen und irgendwo in Sitze übernachten…… Also wieder retour an die Rezeption. Die bescheinigen uns, dass wir zusammen in der Comfort-Klasse essen dürfen. Na vielen Dank, wenigstens mal das gelöst.

Dann gehen wir auf Deck 10 und checken Anouk im Hunderaum ein: ca. 15 grosse, saubere Hundeboxen erwarten uns hier. Einige Hunde logieren hier schon. Hier lassen wir Anouk, bis wir wissen, welche Kabine denn wirklich die Unsere ist. Wir gehen essen und sind angenehm überrascht. Sympathische Tischnachbarn, dass mehrgängige Menu können sogar die heiklen der Familie essen und dann mit 2-stündiger Verspätung legt die Fähre ab. Danach erneut zur Rezeption, jetzt ist dieser „Commisaire“ da und man bietet uns eine 4er-Standardkabine, dh. im Innern und ohne WC, Lavabo und Dusche. Schlechter Tausch, akzeptieren wir nicht an und fordern 2 Matratzen an, die wir dann in der engen Kabine auf den Boden legen. Da wir nur drin schlafen geht das schon. Danach ist Anouk selbstverständlich immer bei uns in der Kabine   und Versäubern ist zum Glück für ihn kein Problem auf Deck. Ausser in den Restaurant’s darf er sich auf der Fähre überall mit uns bewegen.

Tag 4
Heute verbringen wir den ganzen Tag auf der Fähre und einen Teil der Zollformalitäten kann heute bereits erledigt werden auf Deck. Genau heisst das nur, Richi steht mal kurz für 1¼  Std. an um alle Papiere zu zeigen, bereits ausgefüllte abgeben und wieder neue fassen. Hier lernen wir zum ersten Mal kennen, was „gemach …gemach…“ wörtlich bedeutet. Und da Richi perfekt die Sprachen beherrscht und auch der geduldigere von uns beiden ist, darf er diesen Job übernehmen 🙂 Ich mach mich in der Zwischenzeit auf die Suche nach Steckdosen, um die Ds’ aufzuladen (die Steckdose in der Kabine ist kaputt).
mbil   mbila

Tag 5
Nach einer ruhigen Nacht erwachen wir früh und sind bereits um 7 Uhr am Frühstücken. Um 9 Uhr kommen wir in Tanger an und da wir fast zuvorderst einparkiert sind fahren wir demzufolge auch fast zuerst raus. Vorbei an einem Beamten, der die Pässe kontrolliert, dann werden wir in die Zollhalle bugsiert. Jetzt geht’s los, mit diesen umfassenden  Zollformalitäten……  einer kommt zum Womo, will Wagenpapiere (Permis gris) und Pass sehen und ich (weil das Womo auf mich eingetragen ist) muss ins Polizeigebäude für die Registration. Hier warten, weil noch gar niemand da ist, doch dann kommt ein Zöllner und ich werde als zweite registriert – dann wieder zurück zum Womo und wir können bereits nach  ¾ Std. raus aus der Halle fahren  – wau, das ging schnell !!  🙂
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Sofort merken wir, dass es hier anders zu und her geht auf den Strassen als bei uns. Irgendwie haben alle Vortritt, es wird gehupt, Spuren werden gewechselt, im Kreisel wird angehalten und ausgestiegen (!), Fussgänger auf der Strasse von links und rechts usw. doch Richi hat’s im Griff.

Bald sehen wir den ersten Wegweiser nach Tetuan, gross in Arabisch und klein darunter auf Deutsch 🙂  Ausserhalb Tanger tanken wir für 1.-/l Diesel und kaufen im Marjane (wie bei uns das grosse M) noch einiges ein (auch die Lebensmittel um einiges billiger als bei uns), das Sortiment ist sehr gut.

Ausserhalb Tanger wir schnell alles karger, doch die Strasse ist geteert und wir kommen gut voran. Vieles gibt es zu bestaunen: die Leute selber, wie sie angezogen sind, die vielen gepackten Esel haben es Yasmin angetan, das bunte Treiben in den Dörfern, Frauen die Wäsche waschen am Flussufer, übervolle Lkw’s usw.

Zwischen Tetuan und Chefchaouan gibt es vielerorts Männer am Strassenrand, die uns Hasch verkaufen möchten, doch ohne uns irgendwie zu behindern, stoppen oder aufdringlich zu werden. „no smoke“ reicht in der Regel.

Bald sind wir in Chefchaouen, wo wir den leicht erhöht gelegenen CP Azilan aufsuchen. Sonst eigentlich keine Freunde von CP, doch für 16.- pro Nacht inkl. Strom, geschützten Parkplatz quasi kann man nix sagen. Chefchaouen hat eine sehr schöne, gut erhaltene Medina. Ein ca. 15-minütiger Fussweg führt uns runter direkt in die verwinkelten Gassen der Medina. Ungestört können wir durch die Gassen schlendern und auch hie und da ein Foto machen. Wir kommen mit verschiedenen Handwerkern ins Gespräch, wir dürfen ihnen zuschauen, Fotos machen und natürlich versuchen sie uns ihre Ware anzupreisen. Doch dies auf eine angenehm unaufdringliche Art. Nur einmal werden wir von Kindern direkt nach Stylos gefragt, doch in der Regel macht man um uns eher einen Bogen, weil sie Angst vor Anouk haben. Vor allem die Kinder scheinen panische Angst vor Hunden zu haben, was wir bereits auf der Fähre festgestellt haben. Doch für einmal nutzen wir hier gerne diesen Vorteil 🙂

Auf einem Dorfplatz sehen wir etwas erhöht ein Restaurant (Cola, Tee -.50), von da können wir ungehindert das Treiben auf dem grossen Platz beobachten. Hat es hier immer so viele Leute oder nur weil Souk ist?
mch   mchef   mchefch

 Tag 6
Nach dem Frühstück fahren wir durch Chefchaouen durch und bald sind wir wieder auf der Hauptstrasse über Ouazzane nach Fes. Doch zuerst werden wir noch von der Polizei angehalten, die Drogen-Razzia machen, doch nach einem freundlichen blabla dürfen wir weiter fahren. 200 km liegen vor uns heute und bald merken wir, dass hier viel Zeit pro Kilometer benötigt wird. Einerseits machen wir viele Fotohalte, kaufen ein am Strassenrand, kommen oft ins Gespräch mit den Leuten und andererseits hat es viele Schlaglöcher von immenser Breite und vor allem Tiefe. Derjenige der fährt, muss sich voll und ganz auf die Strasse konzentrieren – schön, dass wir uns abwechseln können 🙂

Gegen Abend kommen wir in Fes an und wir wünschen uns zum ersten Mal wir hätten ein GPS. Zuerst sehen wir aber noch einen Marjane, wo wir uns mit Gemüse, Brot, Wasser etc. eindecken. Prompt kommt ein Töffli-Schlepper, der uns zum CP führen will, doch leider für uns den falschen. Als wir den endlich abgeschüttelt haben, fragen wir uns 2x durch und bald haben wir den CP Diamant vert erreicht. Sehr grosszügig angelegt, überall Strom, ein grosser Spielplatz, Swimmingpool (leider Schmutzwasser drin) und warme (!) Duschen. Am Abend lernen wir Reto kennen, der uns freundlicherweise anbietet uns morgen durch die Medina von Fes zu führen (er wartet hier in Fes auf seine Frau, die morgen mit dem Flugzeug ankommt, er selber ist mit dem Motorrad unterwegs)  🙂  wir nehmen dieses Angebot natürlich sehr gerne an.

Tag 7
Mit unserem Womo fahren wir auf einen bewachten Parkplatz direkt vor dem Haupteingang zur Medina, dem Platz Bou Jeloud. Da wir sehr früh dran sind (vor 9) ist es sehr angenehm durch die Gässchen zu schlendern. In dieser verwirrend und unübersichtlichen megagrossen Medina sind wir dankbar um Reto’s Begleitung 🙂  ich glaube wir hätten uns innert Minuten verirrt bzw. nicht mehr so schnell retour gefunden. Wir besuchen die Koranschule und begeben uns nachher Richtung Gerberviertel. Man merkt es dann gut dem Geschmack an, dass wir auf dem richtigen Weg sind dahin. Hier nerven uns die Abzocker, die (zuviel) Geld für Fotos wollen, so dass wir hier bald wieder kehrt machen. Auf einem kleinen Platz trinken wir eine Runde Tee und geniessen die hiesige Atmosphäre. Viele gepackte Esel passieren hier und auch den Wasserträger sehen wir noch. Es kommen aber jetzt gegen Mittag auch immer mehr Touri-Gruppen, so dass sich der Rückweg um vieles mühsamer gestaltet. Man fühlt sich vermehrt geschupst, Robin und Yasmin geben uns hier gerne die Hand, man muss mehr acht geben auf den Hund und „habundgut“. Am Schluss gehen wir noch in ein Internetkaffee und checken die Mails. Reto muss noch zu einer Bank, Richi schiesst die letzten Fotos und dann sind wir froh, sind wir wieder draussen. Noch den P zahlen (2.-) und dann fahren wir zurück auf den CP. Hier geniessen wir die Ruhe für den Rest des Tages. Halten Schwätzchen mit anderen Travellern, lesen, Robin schraubt Mecano zusammen und Yasmin freut sich über Ankunft einer Schweizer Familie (Ueli und Pascale) mit zwei Kindern in ihrem Alter.
mfe   mfes

Tag 8
Nach V&E Verabschiedung von den anderen Travellern (Ueli mit Familie, Reto und zwei Zürchern) fahren wir nochmals in den Marjane und füllen unsere Vorräte auf.

Wir finden auf Anhieb die richtige Ausfallstrasse Richtung Ifrane (ein sehr mondäner Ferienort, hat gar nix marokkanisches an sich, gefällt mir gar nicht) und Azrou. Hier machen wir den Abstecher zu der Cèdre Gouraud, die mit 42 m die grössste Zeder Marokkos war, heute jedoch abgestorben. Eigentlich spannender als diese Zeder sind für die Kinder die freien, frechen Affen und die Mineralien- und Fossilienstände. Alle die Robin kennen, wissen, dass wir hier nicht so schnell wegkommen werden……es kommt wie’s kommen muss….wir laufen bald mit Händen voll Steine zu unserem Womo. Nicht dass wir jetzt hier viele Dirham’s loswerden, nein, die wollen doch tatsächlich tauschen „no moneys, tauschen“ ruft es von überall her. Wir gehen natürlich gerne darauf ein, haben wir doch extra dafür Rucksäcke, „Tächlikäppi’s“, Kugelschreiber mitgenommen. Was sie noch lieber hätten, wären Kinderschuhe, doch damit können wir leider nicht dienen. Auch Yasmin ertauscht sich einen Stein-Elefant, wir einen Amonit und Robin mehrere verschiedene Steine J dann fahren wir geradeaus statt retour. Sei kein Problem nur 4 km Naturstrasse. Schnell merken wir dann, dass wir hier mit dem Womo die A-Karte gezogen haben, doch ganz langsam (gemach gemach) vorwärtskommend, allen Löchern ausweichend und kein Gegenverkehr kommen wir dann wieder auf die geteerte Hauptstrasse Richtung Midelt.
mze   mzed
Unterwegs sehen wir einen ganz jungen Esel bei einem Bach, wo Frauen ihre Wäsche waschen. Wir kommen bald ins Gespräch, beobachten, Yasmin will den jungen Esel streicheln, Anouk ihn jagen 🙂 und na ja, ein Foto hätten wir doch auch gerne…… . Was wir nach freundlichem Fragen auch dürfen – im Gegenzug schenken wir ihnen einige Sachen für ihre Kinder.

Einem Tipp zufolge machen wir den Abstecher  zum 1,5 km entfernten Aguelmane de Sidi Ali (kurzum wie bei uns ein Bergsee, schön gelegen inmitten der Hügel). Richi, Robin und Anouk machen hier eine Wanderung auf den Hügelzug.
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Wir fahren dann noch über den Col du Zad ( 2178m) und ca. 20 km vor Midelt übernachten wir beim Hotel-Camping Timnay. Sehr schöne, grosse, schattige Parzellen mit Strom, gute sanitäre Anlage mit warmen Duschen 🙂

Tag 9
Bald erreichen wir Midelt, dann passieren wir den N’Zala Pass, wo wir auf der Passhöhe Bekanntschaft mit einer Berberfamilie machen. Sie hüten eine grosse Herde von vielen jungen Ziegen 🙂

In Rich machen wir eine grössere Pause und besuchen ein Internetcafe (-.30/h). Danach kommt eine wunderschöne Gegend durch das Tal des Oued Ziz. Viele Male halten wir für Fotos und kommen immer wieder mit Leuten ins Gespräch.

Er Rachidia, die Provinzhauptstadt auf 1060 m gelegen durchfahren wir und erreichen nach 16 km die blauen Quellen von Meski. Die inmitten von Palmen gelegene Quelle dient als öffentliches Schwimmbad, was wir gerne nutzen. Richi macht in dieser Zeit einen ausgedehnten Spaziergang durch die Oase mit Anouk.

Angrenzend liegt der CP Source Bleue. Leider hier etwas nervige Souvenierverkäufer, die eigentlich auf dem Camping nix zu suchen haben.

Tag 10
Doch genau der nervigste Typ von gestern schafft es MIR einen Teppich anzudrehen, dabei haben wir wirklich zu Hause gesagt, wir kaufen keinen Teppich…….. 🙂 „tauschen, tauschen, gegen Aspirin“ na ja das gefällt mir natürlich, den unsere Apotheke ist ja reichlich gefüllt (rein Berufeswegen halt). Nach kurzer intensiver Verhandlung verlass ich doch prompt den Laden mit einem kleinen Teppich unter dem Arm –  um 100 DH (16.-) und 1 OP Aspirin ärmer. Richi lacht natürlich, als er mich entgegen kommen sieht, denn eigentlich wollte ich ja nur den CP bezahlen gehen.

Wir fahren durch das bezaubernde Tal des Ziz mit seinem grünen Band tausender Dattelpalmen. Es gibt hier viele Aussichtsplattformen, von denen man einen wundervollen Blick über das Oasental hat mit seinen roten Lehmdörfern. Selbstverständlich fehlen hier die Fossilien- und Mineralienstände nicht …..   Robin kann hier wieder einige Fossilien gegen „Tächlikäppli’s“ tauschen.
mzi   mziz
Nach Erfoud erreichen wir Rissani, wo wir leider vergebens einen im Reiseführer beschriebenen  „Eselparkplatz“ suchen. Nach Rissani sehen wir bald zum ersten Mal die Dünen 🙂
Wir fahren ihnen entgegen und es bietet sich uns ein traumhaftes Bild.
mergmergch
Zwischen Rissani und Merzouga weisen Schilder immer auf Unterkünfte direkt an den Dünen hin, die dann rechtwinklig über Pisten zu erreichen sind. So fahren dann auch wir ein kurzes Stück auf Piste und erreichen unsere auserwählte Unterkunft „ Le petit Prince“. Mit einem Kännchen Tee werden wir freundlich willkommen geheissen. Eigentlich primä eine kleine Auberge, doch im angrenzenden Hof hat es für ca. 10 Womo’s Platz, mit Stromanschluss, saubere sanitäre Anlage, warme Duschen und eine Waschmaschine!! Sehr idyllisch gelegen, denn neben unserem Platz sind grad die Dünen. Dromedare ziehen vorbei und wir erleben einen wunderschönen Sonnenuntergang in der Wüste. Anouk rennt die Dünen rauf und runter, auch die Kinder erfreuen sich sehr über diese riesigen Sanddünen (man merkt’s später an den sandgefüllten Kleidern…..)

Wir möchten gerne mehr von den Dünen sehen und buchen kurzerhand für morgen eine 4×4 -Tour rund um den Erg Chebbi mit anschliessendem Mittagessen hier in der Auberge. Dazu auf Yasmin’s Wunsch für morgen Abend noch einen Dromedar-Ausritt durch die Dünen 🙂 Selbstverständlich wird auch hier gehandelt und gefeilscht um den Preis.

Tag 11

Pünktlich um 8 Uhr steht Mustafa, der junge sympathische Driver mit seinem 4×4 parat. Wir kommen voll auf unsere Kosten aus abenteuerlicher und auch fotographischer Sicht.

004449 Erg Chebi Kopie.jpgInsgesamt sind wir 5 Stunden unterwegs, machen aber verschiedentlich Halte z.B. bei Minen, wo die Männer bei der Arbeit sind, freie Dromedare, bei einer Nomadenfamilie in ihrem Berberzelt, fantastische Aussichtspunkte auf hohen Dünen und in einer Auberge zum Tee trinken
. Mustafa zeigt uns gerne sene Fahrkünste über die Dünen und wieder runter, sehr zur Freude der Kinder. Es kommt wie’s kommen muss – wir bleiben
stecken, Mustafa und Richi müssen buddeln 🙂 und bald sind wir wieder frei und es geht weiter, bis wir rund herum sind (40 km Länge /15 km Breite) um den Erg Chebbi. Mustafa schenken wir zum Abschied ein Schweizer Sackmesser, das er gerührt entgegen nimmt und einsteckt.
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In dieser Tour inbegriffen ist heute das Mittagessen im „le petit prince“, was wir gerne annehmen. Den mittlerweile ist es 34° und wir sind hungrig, sandig und müde. Es gibt Poulet und für uns Frauen vegetarisch, zur Vorspeise einen gemischten Salat mit feinem Brot. Zum Schluss noch eine Früchteplatte – wir haben reichlich genug und gut gegessen am Schluss.

Am Nami schneidet sich Yasmin noch in den Finger beim Schnitzen und hat prompt eine Synkope mit leichter Krampfung. Sie erholt sich wie gewohnt rasch wieder und dem abendlichen Dromedar-Ritt durch die Dünen steht nichts im Wege. Richi läuft neben der Karawane – bestehend aus uns dreien – mit Anouk her und macht Fotos. Wir reiten dem Sonnenuntergang entgegen, es ist einfach traumhaft. Der Führer lässt uns dann absteigen und dann packt doch der prompt auch noch Steine und Fossilien aus einem kleinen Täschchen aus. Das macht er so liebevoll, büschelet alles vor uns hin auf einem kleinen Tuch.  Wir setzen uns gemütlich rundum in den Sand und es ist eine idyllische Atmosphäre hier zwischen den Dünen und neben den liegenden Dromedaren. Natürlich ist Robin wieder Feuer und Flamme für einzelne Stücke. So kommen wir nicht umhin wieder zu Handeln. Er schreibt sein Angebot auf den Sand, wir verwischen und schreiben unser Angebot hin und so geht es eine Weile hin und her 🙂  Am Schluss geben wir ihm ein Säckchen Murmeln für seine Kinder und Dirhams. Gerne hätte er Euro’s genommen, doch wir haben leider keine kleinen Scheine. Als wir retour kommen ist es bereits stockdunkel und dabei wollten wir doch nur eine Stunde Dromedar reiten.

mergcheb   mergche

Tag 12
Ungern verlassen wir diese zauberhafte Dünenlandschaft. Auch im „le petit prince“ fühlten wir uns rundum wohl und können diese wirklich in jeder Hinsicht weiterempfehlen.

In Rissani kaufen wir noch einige Lebensmittel ein, tanken wieder voll und biegen dann ab Richtung Dra-Tal über Alnif, Tazzarine, N’kob. Eigentlich ein reiner „Kilometerfressertag“. Die Landschaft ist sehr steinig, wir sehen unterwegs kaum Leute und es gibt auch fast kein Gegenverkehr. Ab Nkob ist die Strasse nur noch einspurig geteert, dh. von jetzt an weicht immer derjenige mit weniger Nerven auf die Kiesbank mit z.T. 10 cm Absatz (!) aus  🙂  bald erreichen wir Tansikht, das im Dra-Tal liegt.
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Entlang dieser grossen Flussoase (das Dra-Tal) fahren wir noch bis Agdz auf den CP Kasbah Palmeraie (der im Führer um einiges besser beschrieben ist, als er wirklich ist L , doch da wir eh nur eine Nacht bleiben, sehen wir drüber hinweg).

Wir machen noch einen Besuch im nebendran gelegenen „Rose du Sable“, das von einer uns bekannten Ostschweizerin geführt wird. Doch leider ist sie heute unterwegs und wir hinterlassen Grüsse.

 Tag 13
Nach dem Frühstück verlassen wir Agdz in Richtung Ouarzazate. Vom „Palmental“ ist hier nichts mehr zu sehen, hier herrscht ein sehr karges steiniges Landschaftsbild. Bald steigt es an und es geht in vielen Kurven über den Tiz-n-Tinififft (1600m). Ganz oben ein Parkplatz und selbstverständlich fehlen auch hier die Händler nicht. Schön ausgebreitet halten sie am Boden auf ihren grossen Decken ihre Ware feil. Fast hätte ich eine Kette gekauft, doch diesmal wurden wir uns einfach nicht einig, zu gross klaffte der Dirham-Betrag.

In Quarzazate (Provinzhauptstadt, 56’000 EW) suchen wir in der „City“ einen Parkplatz, wo wir mit gutem Gefühl unser Womo stehen lassen. Es gibt hier eine Fussgängermeile, wo man eigentlich alles bekommt, auch ein kleiner täglicher Souk. Zudem ein gut sortierter Supermarkt (etwa in der Grösse eines Volgladens), doch die Preise hier sind enorm. Brot, Obst und Gemüse ist hier sehr billig zu haben, aber sobald man Teigwaren, Butter, Milch, Käse, Yoghurt’s, Guetzli, auch Wasser kaufen will, kostet es fast mehr als bei uns. Einen Geldbezug machen wir noch, was mit EC oder Kreditkarte kein Problem ist an den hiesigen Bankomaten. Wir sehen zum ersten Mal hier eine Pizzeria und damit wir keine Nudelvergiftung bekommen, bestellen wir uns alle eine Pizza. Man kann hier natürlich keinen Pizzaiolo erwarten, aber wir sind angenehm überrascht und geniessen 🙂

Doch dann verlassen wir doch gerne wieder die kleine Stadt und fahren „die Strasse der Kasbah“ Richtung Skoura weiter bis nach Boumalne. Hier entscheiden wir uns für das Hotel „le soleil bleu“, das über 1km Piste ab der Hauptstrasse erreichbar ist. Ruhig gelegen und mit herrlichem Ausblick auf den „Eingang“ der Dadesschlucht. Wir stehen auf dem ebenen Innenhof, genügend Stromanschlüsse für Womo’s und sauberer, neuer Sanitärblock mit warmen Duschen. Sehr nette Leute hier. Wir freuen uns auf die Dades-Schlucht morgen 🙂

mboulmanTag 14
Frühmorgens besuchen wir den hiesigen Souk. Von allen Seiten her kommen die Leute in Scharen zu Fuss, auf Eseln, im Taxi oder im eigenen Auto auf den Wochenmarkt, auch wir parken unser Womo und stürzen uns ins Gewühl. Alles bekommt man hier von frischem Gemüse, Fleisch, Obst, Kleider, Schuhe, Haushaltartikel, „Tupperware“, Werkzeug, Elektronik und sogar ein Flohmarkt-Eck fehlt nicht. Wir kaufen reichlich frisches Gemüse und Obst ein für die nächsten Tage, alles stinkbillig und gewogen wir mit einer alten Waage. Wenn ich wenig Sachen auslese, füllen sie immer die Schale bis sie mir mindestens ein Kilo verkaufen können 🙂 (kennen wahrscheinlich nur den Kilopreis…..). Am Schluss haben wir einige volle Tüten und keine 5.- ausgegeben.

Jetzt nehmen wir aber den Abzweiger Richtung Dades-Tal. Wir fahren durch eine atemberaubend schöne Landschaft mit vielen bizarren roten Felsen rechts und links und unten fliesst immer der Dades. Wir sehen hier viele Frauen am Fluss Kleider waschen oder Arbeiten auf den Feldern (wo sind wohl die Männer??). Bei Km 27 fangen die engen – in jeden Reiseführer zu sehenden  – Serpentinen an, die aber entgegen allen „unkenrufen zum Trotz“ sehr gut zu fahren sind (vor allem für uns Schweizer, die sich an Pässefahren gewohnt sind 🙂 ) . Bei Km 32 treten die Bergwände auf fast Strassenbreite zusammen – auch hier gutes Durchkommen und ca. 1 km danach kommt unsere auserwählte Unterkunft: „Berbère de la Montagne mit angrenzendem Stellplatz, direkt am Dades gelegen. Saubere gute Sanitäranlage inkl. Waschmaschine. Dank dem Wind hier oben trocknet die Wäsche im Nu.
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Tag 15
Heute geniessen wir das Dades-Tal nochmals, doch in ungekehrter Fahrtrichtung – es ergibt sich wieder eine ganz neue Betrachtungsweise, die nicht minder schön, als gestern ist. In Boumalne machen wir einen Tee- und Einkaufshalt. Da auch die Todra-Schlucht ein absolutes Muss ist in Marokko fahren wir die „Strasse der Kasbah“ weiter entlang bis nach Tinerhir. Hier zweigen wir links ab in die Todra-Schlucht. Ganz anders die Landschaft hier als in der Dades-Schlucht. Wir haben eine herrliche Aussicht auf die langgezogene, grüne Oase im Tal. Und die wunderschönen Kasbah-Dörfer entlang den Hängen. Leider erleben wir hier auch das erste Mal wirklich lästige Typen am Strassenrand……die wollen den Kindern Turbane aufwickeln und von mir die Dirhams für’s Foto. Es braucht dann schon sehr viel Geduld um trotzdem freundlich zu bleiben…..

Bei Km 8,5 sehen wir links einen Camping „le soleil“ mit POOL, die Entscheidung fällt schnell – wir lenken ein und wir stehen auf dem bis anhin schönsten CP auf unserer Reise. Schön angelegte, schattige Stellplätze mit Strom, Wifi, Sanitäranlage zwar solala, doch die mlemit sauberem Wasser gefüllte Pool-Anlage mit schattigen Liegeplätzen entschädigt für alles 🙂 schnell haben wir uns umgezogen und springen hinein 🙂
Von hier aus machen wir noch einen ausgedehnten Oasen-Spaziergang und am Abend grillieren wir das erste Fleisch, welches wir in einer „Freiluft-Metzg“ gekauft haben. Die Lust der Männer auf Fleisch überwiegte heute morgen in Boumalne.
mles   mlesol

Tag 16
Bis zur spektakulären Engstelle der Todra-Schlucht sind es nur noch ca. 7 km – wir passieren diese und dahinter wird es wieder breiter. Wir stellen unser Womo hin und machen einen ausgedehnten Spaziergang retour am Fluss entlang und begegnen dabei einigen Frauen bei der Arbeit auf dem schmalen Feldstreifen. Bei der Engstelle scharen sich die Souvernirhändler und warten auf die Touristen. Es ist erst 8 Uhr früh, viele sind noch am Aufstellen und für unsere Fotos stehen auch noch keine Car’s im Wege. Später als wir im Hotel Yasmina 🙂 Tee trinken kommen die Touristen in ihren klimatisierten Bussen hergekarrt und auf einmal ist die Schlucht voller Touris. Langsam Zeit um uns also wieder auf den Rückweg zu machen. Natürlich nicht ohne noch einen Blick auf die Stände zu werfen (und ja, wir haben wieder einen Teppich und Berberschmuck mehr minus 2 Sackmesser 🙂 )

Tag 17
Heute ist Retourfahren auf der „Strasse der Kasbah“ über Boumalne bis nach Ouarzazate angesagt. Unterwegs treffen wir an einem Fluss Frauen, die ihre zahlreichen Teppiche waschen – schwerste Handarbeit! Zum Trocken legen sie die gewaschenen Teppiche über das Brückengeländer.

In Ouarzazate machen wir einen Halt bei der Kasbah Taourirt, eine der grössten Lehmburg von Marokko. Wir machen einen Spaziergang durch das alte Dorf, nachdem wir Richi zum Führer ernennen um die Führer abzuschütteln 🙂

Gleich gegenüber der Kasbah besuchen wir das Ensemble Artisanal – eigentlich nur eine Anhäufung von Geschäften, summasummarum bekommt man hier fast alles, was wir unterwegs auch schon gesehen haben, nur teurer.

Ausgangs Ouarzazate besuchen wir rechterhand die „Atlas-Filmstudios“. Die meisten hier gedrehten Filme kennen wir und so nehmen wir gerne an einer Führung teil, um die verschiedenen Kulissen zu besichtigen.

Wir fahren noch bis Ait Benhaddou auf den CP Kasbah du Jardin. Sehr schlechte sanitäre Anlagen und für den Pool muss teuer extra bezahlt werden. Hätten sich die Kinder nicht so sehr auf den Pool gefreut, wir hätten den CP gewechselt!!

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Tag 18
In der Früh besichtigen wir das Kasbah Ait Benhaddou, das seit 1987 als Weltkulturerbe unter Unesco-Schutz steht. Hier wurden einige zahlreiche bekannte Filme gedreht („Lawrence von Arabien“,  „Gladiator“ ). Wir parken unser Womo beim Complexe touristique La Kasbah auf dem bewachten Parkplatz. Hier führt ein Weg  – vorbei an einigen Souvenirläden – hinunter zum Fluss. Yasmin hat sich darin Wasser erhofft, denn dann hätte man mit den Eseln rüberreiten können ….. doch jetzt ist alles furztrocken und so können wir gut zu Fuss rüber zum Eingangstor. Hier stehen die Führer Schlange, doch wir haben ja unseren eigenen dabei 🙂  Man verlangt 10 Dh (1.40) Eintritt für die Instandhaltung der Kasbahs. Durch schmale Gassen, dunkle Gänge unter den Häusern hindurch und durch steile Steintreppen erkundigen wir diese alte Festung, bis wir ganz oben auf dem Hügel stehen und einen herrlichen Rundblick auf die Umgebung geniessen.
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Dann nehmen wir die ca. 180 km unter die Räder nach Marrakech über den Tizi-n-Tichka (2260 m). Es ist eine fast unendende Strecke mit vielen Kurven und wir brauchen viel mehr Zeit für diese tolle steinlandschaftliche Strecke des hohen Atlas’ als erwartet. Über den Pass stehen vielerorts fliegende Händler mit oft sichtbar gefälschten Mineralien am Strassenrand, die es einem nicht immer leicht machen die Aussicht zu geniessen oder ein Foto zu machen.

Unterwegs treffen wir per Zufall wieder auf Ueli mit Familie, die wir bereits auf dem CP in Fés getroffen haben. Auch sie sind unterwegs mit ihrem 4×4 Richtung Marrakech.
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In Marrakech angekommen besuchen wir zuerst den Marjane und wir kaufen wieder einen Einkaufswagen voll grosszügig ein 🙂 und zum Schluss geniessen wir noch ein Glace. Auf dem P werden wir noch von einem CP-Jäger angesprochen – zum Glück ist es genau unser auserwählte. Einmal mehr ohne GPS erreichen wir auch diesen problemlos: CP Le Relais de Marrakech. Wunderschöne Pool-Anlage mit Liegestühlen unter schattenspendenden Bäumen oder Schirmen. Grosszügige schöne sanitäre Anlagen. Alles hat natürlich auch seinen Preis, so bezahlen wir erstmals wieder über 100 DH. (140 DH !)

Tag 19
Einmal mehr bin ich froh, denken Richi und ich gleich, denn wir haben beide keinen Bock mehr auf eine Stadtbesichtigung, das Gedränge der Medina, die Händler, das Feilschen usw. Schnell ist entschieden, dass wir Marrakech auf einer nächsten Reise besuchen und machen kurzerhand einen faulen Tag unter den Palmen am Pool 🙂 . Auch Ueli mit Familie bleiben am Morgen noch hier und die Kinder spielen im Pool zusammen. Über den Mittag gehen wir noch alle zusammen in den McDonald, den es im Marjane hat und wir essen einen „McCouscous“. Dann trennen sich unsere Wege, sie gehen bereits heute Richtung Meer und wir geniessen einen faulen Tag. Beide Kinder verbringen fast den ganzen Nami im Pool.

Tag 20
Gemütlich verbringen wir den Morgen noch am Pool. Gegen Mittag nach V&E fahren wir ab Richtung Rabat, Sale über Casablanca. Alles Autobahn, sieht neu aus und wir kommen sehr gut voran, auch nicht viele Menschen oder Tiere auf der Strasse 🙂 In Sale suchen wir vergebens den Camping de la Plage, aber entweder werden wir nicht fündig oder den gibt’s wirklich nicht mehr ??! Es herrscht zudem ausserordentlich viel Verkehr und wir verlieren sehr viel Zeit, bis wir wieder aus dieser Stadt raus sind und am Meer entlang Richtung Kenitra fahren. Leider ist der nächste ausgesuchte bzw. vorhandene Camping International in Mehdiya Plage nicht nur verwahrlost sondern auch geschlossen. Hier treffen wir auf zwei 4×4-Fahrzeuge, die auch hierhin möchten. Im kurzen Gespräch über die Situation kennt der eine von denen einen anderen CP in der Nähe. So fahren wir im Konvoi auf diesen ca. 10 km entfernten CP La Chenaie in Kenitra. Stockdunkel kommen wir hier an, stellen uns nur noch hin und essen z’Nacht.

Tag 21
Unser heutiges Tagesziel ist Moulay Bousselham und da dieses nicht allzu weit entfernt ist, entschliessen wir uns gegen die Autobahn und fahren „überland“. Was zwar einen sehr zeitlichen Mehraufwand bedeutet, denn hier hat es eine typische 1-Spur geteerte Strasse mit sehr vielen Schlaglöchern. Es erfordert vom jeweiligen Fahrer die vollste Aufmerksamkeit. Unterwegs haben wir einmal mehr die tollsten Begegnungen, verteilen u.a. noch unsere letzten 100 Lilibiggs-Murmeln an eine Kinderschar, nachdem wir viele Fotos machen dürfen.

Der CP Diafa liegt direkt am Meer und wir hätten gerne noch im Meer gebadet, doch es wird gegen Abend richtig neblig und auch „kühl“. Wir machen einen Spaziergang zum Hafen, ins Dorf und schlendern noch durch den Souk. Einer kinderreichen Frau verschenken wir noch von unseren Kindern die Sommerschuhe, die wir bestimmt zu Hause nicht mehr brauchen dieses Jahr. Gegen 19 Uhr treffen dann – wie abgemacht – noch Ueli mit Familie ein, die sich neben uns aufstellen.

 Tag 22
Am Morgen zum Glück wieder sonnig und klare Sicht – wir sehen erstmals die volle Schönheit dieser naturgeschützten Lagune. Darin hat es grosse Sandbanken, die voller Vögel sind. Gemeinsam gehen wir alle noch ins Dorf – trinken gemütlich mit Sicht aufs Meer einen Kaffee. Dann gibt es kein Halten mehr für die Kinderschar und wir gehen an den Strand runter und springen um die Wette mit den grossen Wellen. Auch Anouk kommt voll auf seine Kosten 🙂  aber wie wir nachher alle aussehen, nicht nur nass, sondern sandig von oben bis unten. „Ueli’s“ müssen leider los, da ihre Fähre nach Genua früher ab Tanger fährt als unsere.

Wir fahren zum Campingplatz zurück und fragen mit allem Charme, ob wir uns nochmals für ca. 2 Std. auf den Platz stellen dürfen. Was zum Glück absolut kein Problem ist und so können wir zuerst alle nochmals gründlich unter die Dusche und gemütlich unter den Bäumen noch z’Mittag essen. Gegen 15 Uhr müssen wir dann leider auch los – die Ferien neigen sich langsam dem Ende zu. Für die 100 km bis nach Tanger Port brauchen wir einmal mehr länger als geahnt, sind wir doch dafür fast 2 Stunden unterwegs. Aber das ist ja nix, was uns jetzt bevorsteht, wir aber noch nicht ahnen……

Eine fast 5-stündige Odysse fängt an: wir werden in die zuständige Halle für die Abfahrt nach Sète mit der „Biladi“ gelotst. Zuerst müssen wir zum Comarit-Schalter, um die Boardingkarten und Kabinentickets abzuholen. Hier weiss man anscheinend bereits Bescheid über unser Kaninenproblem bei der Hinfahrt. Auf jedenfall bekommen wir jetzt zwei Doppelkabinen, da anscheinend keine Vierer-Kabine mehr frei ist. Doch das ist gut so für uns. Anschliessend müssen wir in die andere Halle um bei der Police anzustehen – dauert nur eine Stunde…..dann muss unbedingt vom Zoll noch unser Fahrzeug wieder ausgetragen werden, zur Bestätigung, dass wir das Fahrzeug nicht in Marokko verkauft haben und bei der nächsten Einreise dann Probleme bekommen. In der Fahrzeughalle finden wir bald diesen zuständigen Beamten, der uns ein Doppel von diesem Papier abnimmt und die nötigen Stempel dafür gibt. Zurück beim Womo werden wir rausgelotst um uns in ….welche? Reihe zu stellen? Wir fahren raus und fahren – auf jedenfall in die falsche Reihe, denn der hier zuständige Beamte stänkert uns launig an und bugsiert uns daraufhin ins Abseits. Hier warten wir eine Weile, eine lange Weile…… dann kommt einer und schwafelt was von Scanner….na super, was kommt jetzt auf uns zu?? Nach wieder einiger Zeit kommt ein Polizist auf dem Roller daher, der nimmt uns zuerst mal die Carte gris“ (Fahrzeugausweis) ab und meint, wir sollen ihm folgen. Der führt uns doch tatsächlich wieder raus aus dem Hafengelände auf einen grossen Teerplatz. Hier steht dieser grosse „Scanner-LKW“, doch gemach-gemach, zuerst muss richtig einparkiert werden, was gar nicht einfach ist, denn der eine winkt so und der andere sagt anhalten usw.. es herrscht hier eine angespannt-gestresste Athmosphäre. Dann müssen wir alle aussteigen wegen den RX-Strahlen und unser Womo wird gescannt. Danach umparkieren und wieder warten. Irgendwann bekommen wir dann die Carte gris wieder und es steigt einer zu uns ins Womo, wobei er zuerst noch – zu unserer Belustigung – Angst vor Anouk hat, der natürlich vorne beim Beifahrersitz am Boden schläft. Anouk und ich müssen nach hinten, er steigt ein und begleitet uns wieder zurück ins Hafen- Gelände. Wir werden nicht in die normale Reihe gestellt, sondern müssen uns neben dem Police/Zollhäuschen direkt vor der Fähr-Einfahrt hinstellen. Es ist zwar eine Weile spannend, wie sie die Pässe kontrollieren und die Autos durchsuchen, aber es ist mittlerweile dunkel, 20.30 Uhr und eigentlich ist um 21 Uhr die Abfahrt vorgesehen. Nach freundlichem Fragen erfahren wir, dass beim Scanning alles in Ordnung war, doch wir wegen unserer Ueberhöhe die absolut letzten seien, die auf die Fähre dürfen. SUPER……also essen wir noch was im Womo und warten einmal mehr………  ob das der normale Ablauf ist oder eine „Gänglerei“, wir wissen es nicht und werden es wahrscheinlich auch nie erfahren. Auf jedenfall können wir dann gegen 21 Uhr auch auf die Fähre fahren, parkieren und unsere zwei Suiten beziehen. Da wir jetzt wirklich zu den allerletzten gehören, bekommen wir natürlich beim Tisch reservieren in die zweite Schicht, was bedeutet erst um 9.15 zmorge, 14,15 Mittagessen und erst um 21.15 Abendessen. Zu unserem Erstaunen gibt es noch ein feines Abendessen.

Tag 23
sind wir den ganzen Tag auf sehr unruhiger See und sind damit beschäftigt nicht seekrank zu werden und liegen dementsprechend vermehrt in der Kabine.
mzurueTag 24
Mit 4-stündiger Verspätung fahren wir dann in Sète von Deck und stehen für die Polizeikontrolle an. Zuerst wird unters und dann im Womo nachkontrolliert, ob kein „Glünggi“ (blinder Passagier) mitgefahren ist, anschliessend Passkontrolle. Dann in die nächste Wartekontrolle zum französischen Zollbeamten, der lediglich nach mitgebrachter Ware fragt. Kein Mensch hat übrigens bei der Einreise wie auch jetzt bei der Ausreise Anouk beachtet – natürlich haben wir ihn schön unter dem Tisch parkiert, so war er auch nicht für jedermann grad sichtbar 🙂 .

Dann noch die 7 1/2-stündige Heimfahrt, die wir in Genf zum Übernachten unterbrechen.

MAROC NOUS REVIENDRONS  –  IN SHA’AHLLAH